Nervenstärke half der Mannschaft

Poolbillard: Europameistertitel für Thomas Lüttich

Seinen bisher größten sportlichen Erfolg feierte jetzt Thomas Lüttich: Der 14-Jährige vom Pool-Billard-Club Oberharz wurde im ungarischen Harkany mit der deutschen Mannschaft Europameister.

Dabei sah es zunächst gar nicht danach aus, denn in der ersten Runde mussten die als Mitfavoriten gehandelten Deutschen eine derbe Schlappe gegen Polen einstecken und sahen sich in der Verliererrunde wieder. Doch in der Folge drehten Marco Schmidt, Thomas Lüttich und Nico Wehner auf, gewannen gegen Russland, Tschechien und Schweden, um im Halbfinale wieder auf Polen zu treffen. Diesmal lief es besser, und durch ein 2:1 war der Einzug ins Finale perfekt, in dem der Gegner Dänemark hieß.

 

Finale ein Krimi
Es begann nun ein wahrer Krimi, der an Spannung kaum zu überbieten war. Ausgerechnet Schmidt als souveräner Europameister musste sein Einzel im 9-Ball schnell verloren geben. Seine Mannschaftskameraden hatten ebenfalls einen schweren Stand. Lüttich spielte gegen einen starken Gegner eine ziemlich ausgeglichene

 

Partie im 14/1-Endlos, und Wehner sah sich gar einem 1:4-Rückstand im 8-Ball gegenüber.
  Nun aber zeigte Lüttich, dass er als absolut nervenstarker Spieler gilt: Mit einer 40er Serie beendete er die Partie und glich zum 1:1 aus. Der ganze Druck lag nun bei Wehner, der mittlerweile Spiel um Spiel aufgeholt hatte und beim Stand von 4:4 eine letzte Chance bekam. Nach einem Fehler seines Gegners übernahm er einen offenen Tisch und konnte die letzte Partie zum 2:1-Gesamtsieg sicher ausschießen. Wieder einmal hatte sich Deutschland als erfolgreichstes Team durchgesetzt.

Nicht ganz so gut lief es für den Oberharzer, der eine Woche lang durch spezielles Training mit dem Deutschen Spitzenspieler Günter Geisen aus Oberhausen vorbereitet worden war, in den Einzelkonkurrenzen. Im 14/1-Endlos gewann er zwar in der 2. Runde gegen seinen Teamkameraden und späteren 9-Ball-Europameister Marco Schmidt, nachdem er seine persönliche Höchstserie auf die fantastische Zahl von 79 versenkten Bällen in Folge hochgeschraubt hatte und zog als einziger deutscher Starter ins Viertelfinale ein. Dort aber zeigte er seine einzig schwache Partie und musste im K.o.-System nach einer Niederlage gegen den Polen Walter

 

Nervenstärke half der Mannschaft

Thomas Lüttich feierte den bisher größten Erfolg in seiner jungen Sportlerkarriere: Er wurde Mannschafts-Europameister.

 

 

die Segel streichen. Immerhin aber bedeutete das Platz fünf.
Impulse für Verein?


Im 9-Ball hatte er gegen Schmidt nichts zu bestellen und nach einer hauchdünnen Niederlage in der Verliererrunde kam das Aus. Das aber wurde durch den Triumph im Mannschaftswettbewerb wettgemacht, und insofern herrschte im Umfeld seines Vereins eitel Sonnenschein. "Wir sind unglaublich stolz auf Thomas", so der 2. Vorsitzende Dirk Burkhardt.

 

"Vielleicht geben seine Erfolge ja den entscheidenden Impuls für mögliche Sponsoren, unseren Verein in seinem Bemühen zu unterstützen, ein eigenes Vereinsheim aufzubauen."
Nach der Geschäftsaufgabe der Milchbar im Hallenbad, wo der PBCO zuletzt residierte, sind die Billardsportler immer noch auf der Suche nach einer neuen Spielstätte. Ausstattung und Einrichtung aber erlegen dem Verein eine schwere Bürde auf, die ohne Unterstützung wohl nicht zu meistern sein wird.